Sonntag, 5. Januar 2014

Quantic presenta Flowering Inferno: Death Of The Revolution

Tru Thoughts / hhv.de, 2013


Das englische Worcestershire hat nicht nur jene berühmte Sauce hervorgebracht. Mit Will Holland aka Quantic entstammt der Grafschaft auch eine Größe des Nu Jazz, der englischen Schule des Downbeat. Seit der Jahrtausendwende haut Quantic ein Album nach dem anderen heraus – entweder Solo unter seinem Producer- und DJ-Alter Ego, als Duo mit dem Vokalisten Russ Porter oder gemeinsam mit dem Quantic Soul Orchestra bzw. der Combo Bárbaro. 

Die LPs wurden allesamt bei Tru Thoughts veröffentlicht. Seiner eigenen Heimat kehrte er anno 2007 den Rücken, um in Kolumbien sesshaft zu werden. Dort hat er ratzfatz ein neues Projekt aus dem Ärmel geschüttelt: Das Flowering Inferno, was 2008 in dem Release von »Death Of The Revolution« gipfelte. Nun, zum fünften Geburtstag, feiert die Scheibe ihr Re-Release. 

Das kolumbianische Klima hat dem an Regen gewohnten Briten offenbar gut getan, denn mit seinem Flowering Inferno legt Quantic ein sonnigeres Gemüt an den Tag als auf seinen früheren Veröffentlichungen. »Death Of The Revolution« schielt nicht mehr Richtung Soul und Funk. Vielmehr bestimmen fröhliche, reich instrumentierte Reggae-Tunes die Playlist. Die Annäherung an Reggae, Latin, Dub und Bossa Nova geht easy rein, auch in die Beine. Allerdings mangelt es dem Album an Aspekten und Akzenten, an Tiefgang und Spannung, an Mut und Entschlossenheit. »Death Of The Revolution« ist eine Fingerübung in guter Laune und könnte als leicht zu ignorierende Nummernrevue die Hintergrundbeschallung der Bacardi-Insel sein. Kein Wunder, dass der Albumtitel die Revolution für tot erklärt.


Die Rezension erschien ursprünglich im hhv.de-mag.

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